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Fußball Legende Helmut Rahn

Das Trabzonspor
Das Trabzonspor

1954 wurde Rahn von Nationaltrainer Sepp Herberger für die Fußball WM-Endrunde in der
Schweiz nominiert. Unmittelbar nach der Vizemeisterschaft 1953/54 in der Oberliga West
begann für die Mannschaft von Georg Melches am 23. April 1954 eine neunwöchige Süd-
und Nordamerikareise. Die Mannschaft aus dem Essener Industrieviertel Bergeborbeck
besuchte Argentinien, Uruguay, Bolivien, Peru, Ecuador, Kolumbien und die USA und es
wurden insgesamt 16 Spiele ausgetragen. Diese Süd- und Nordamerikareise bildete
zweifelsohne den Höhepunkt der internationalen Begegnungen, die am 18. Juni 1949 mit
einem 2:2 gegen Wacker Wien an der Essener Hafenstraße begonnen hatten. Nach Bolivien
musste Helmut Rahn zurück nach Deutschland. Dort stand in der Sportschule München-
Grünwald der letzte Sichtungslehrgang vor der Fußball Weltmeisterschaft an. Die WAZ
schrieb am 14. Mai 1954, dass Rahn und Islacker jeweils ein Angebot von Racing Club
Buenos Aires über 3.000 DM Monatsgehalt vorliege, und auch Termath, Wientjes und
Herkenrath standen hoch im Kurs.

Zunächst gab Herberger in der Schweiz in dem Fußball Vorrundenspiel gegen die Türkei
(4:1) dem Schalker Berni Klodt den Vorzug. Rahn kam dafür im zweiten Spiel gegen Ungarn
zum Einsatz, als Herberger aus taktischen Gründen (eine absehbare Niederlage gegen
Ungarn würde ein zusätzliches Entscheidungsspiel gegen die Türkei bedeuten) die
Stammspieler schonte und die halbe Mannschaft mit Ersatzspielern aufbot. Die deutsche
Reserve-Elf wurde von den Ungarn mit 3:8 deutlich geschlagen. Rahn war noch einer der
besten Spieler und erzielte einen Treffer – für Herberger mit ein Grund, ihn im Viertelfinale

gegen Jugoslawien aufzustellen, wo Rahn beim 2:0 erneut traf. Nach einem 6:1 über
Österreich

standen die Deutschen überraschend im Endspiel, wo sie als Außenseiter wieder auf Ungarn
trafen. Nach 0:2-Rückstand glich die deutsche Elf durch Tore von Max Morlock und Rahn
aus, der in der 84. Minute auch den Siegtreffer zum 3:2 erzielte. Das „Wunder von Bern“ war
perfekt und ganz Deutschland feierte seine Weltmeister.

Im Kontext des sich langsam wieder entfaltenden Selbstbewusstseins von
Nachkriegsdeutschland gilt der Siegtreffer von Rahn gegen die favorisierten Ungarn bis
heute als wohl berühmtestes Tor der deutschen Fußballgeschichte. Übermittelt wurde es
durch die Radio-Reportage von Herbert Zimmermann „Sechs Minuten noch im Wankdorf-
Stadion in Bern, keiner wankt, der Regen prasselt unaufhörlich hernieder, es ist schwer, aber
die Zuschauer, sie harren aus.– eine Fußball-Weltmeisterschaft ist alle vier Jahre und wann
sieht man ein solches Endspiel, so ausgeglichen, so packend. Jetzt Deutschland am linken
Flügel durch Schäfer. Schäfers Zuspiel zu Morlock wird von den Ungarn abgewehrt – und
Bozsik, immer wieder Bozsik, der rechte Läufer der Ungarn am Ball. Er hat den Ball –
verloren diesmal, gegen Schäfer. Schäfer nach innen geflankt. Kopfball – abgewehrt. Aus
dem Hintergrund müsste Rahn schießen – Rahn schießt – Tooooor! Tooooor! Tooooor!
Tooooor! Nur noch wenige Sekunden – und da ist der Schlusspfiff- Aus – Aus – Aus. Halten
sie mich für verrückt, Deutschland ist Fußballweltmeister!“

Dieser Name ist eine Legende in der Fußball Welt, da ihn jeder kennt, der Fußball liebt.
Im später als Wunder von Bern bezeichneten Endspiel um die Fußball-Weltmeisterschaft am

  1. Juli 1954 standen sich Turnierfavorit Ungarn und der ungesetzte Außenseiter Deutschland
    bei Regen gegenüber. Trotz Verletzung brachte Ferenc Puskás die Ungarn in der sechsten
    Minute nach einem abgeprallten Kocsis-Schuss in Führung. Zwei Minuten später erhöhte

Czibor nach einem Rückpass von Werner Kohlmeyer auf 2:0, ehe Max Morlock in der 10.
Minute verkürzte. Die deutschen Angriffsbemühungen ebbten nicht ab, und so erzielte
Helmut Rahn nach Eckball von Fritz Walter und einem Fehler des ungarischen Torhüters
Grosics in der 18. Minute den Ausgleich. Im Anschluss übernahmen die Ungarn wieder das
Spiel und erhöhten den Druck auf das deutsche Tor. Auch in der zweiten Halbzeit kam der
Favorit Ungarn mehrmals gefährlich vor das deutsche Tor. Hidegkuti traf nur den Pfosten,
Kocsis die Querlatte, Kohlmeyer rettete auf der Linie, und der deutsche Torhüter Toni Turek
zeigte einige erfolgreiche Paraden. Sechs Minuten vor Ende der regulären Spielzeit nahm
Flügelstürmer Helmut Rahn eine halbherzig abgewehrte Flanke auf, zog vom Strafraumeck
ab und überwand Grosics mit einem Flachschuss zum 3:2 für Deutschland. Kurz darauf
wurde ein zweiter Treffer von Puskás wegen vermeintlicher Abseitsstellung nicht anerkannt.
Die deutsche Mannschaft brachte die Führung über die Zeit. Als der englische Schiedsrichter
William Ling abpfiff, hatte die ungarische Mannschaft das erste Spiel seit 1952 verloren.

Der WM-Titel ist der bisher einzige, bei dem ein Weltmeister im Laufe des Turniers nur
gegen Mannschaften des eigenen Kontinents spielte.