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Das Jugger

Das Jugger
Das Jugger

Mit Pompfen und Trompeten: Alles zur neuen Trendsportart Jugger
Vom Hundeschädel bis zur Pompfe – hier ist Ihr Crashkurs in Jugger.

Zwei Jugger beim Training

Wer schon einmal nichtsahnend an einem Jugger-Spiel vorbeigelaufen ist, dem haben sich sicher einige Fragezeichen vor den Augen gestanden. Kein Wunder, denn Jugger zählt zu den eher ausgefallenen Trendsportarten unserer Zeit. Wir stellen Ihnen den Sport vor.

Für Außenstehende gleicht es einer chaotischen Mischung aus Rugby und Gladiatorenkämpfen, für die Spieler selbst ist es ein anspruchsvoller Teamsport, der seit der Jahrtausendwende laufend an Popularität gewinnt. Genau wie bei Harry-Potter-Sport Quidditch hat auch Jugger seinen Ursprung in einem Film.

DIE ENTSTEHUNG: VOM FILMSET AUF DEN SPORTPLATZ

Die Sportart entstammt dem dystopischen Spielfilm „Die Jugger – Kampf der Besten“, der 1989 erschienen ist. In der australischen Endzeit-Produktion kämpfen nomadische Jugger-Mannschaften mit harten Bandagen um ihren Lebensunterhalt. Der große Traum: In die „Liga“ aufgenommen zu werden, in der die meist armen Jugger-Spieler als moderne Gladiatoren die Eliten bespaßen. Regisseur und Drehbuchautor David Webb Peoples hat das Spiel eigens für den Film erfunden – und damit knapp 30 Jahre später offensichtlich den Nerv vieler Sportbegeisterter getroffen.
Jugger bekämpfen sich während eines Spiels.
Auf den ersten Blick wirkt Jugger wie eine chaotische Mischung aus Rugby und Gladiatorenkampf.
DER SPIELABLAUF: DER HUNDESCHÄDEL MUSS INS MAL

Stark vereinfacht geht es bei Jugger darum, das Jugg genannte Spielgerät in eines der Male zu befördern. Während es sich bei den Juggs im Film um Hundeschädel handelt, sind beim Freizeit-Jugger Schaumstoff Replika im Einsatz. Die Male sind eine Art Nest, die sich zwei Meter vor den Grundlinien auf der jeweiligen Spielfeldseite befinden.

Das Spielfeld ist ein langgezogenes Oktagon, an der längsten beziehungsweise breitesten Stelle 40 mal 20 Meter lang. Ein Punkt in der Mitte markiert den Ort, an dem der Schiedsrichter zu Beginn des Spiels den Jugg platziert. Zudem befinden sich auf jeder Spielfeldseite die Male, die es von den Teams zu beschützen gilt.

Für die Verteidigung ihres Mals sind die sogenannten Pompfer des jeweiligen Teams zuständig. Von ihnen gibt es pro Team jeweils vier Stück. Ausgestattet mit einer gepolsterten „Waffe“ ist es ihre Aufgabe, die Pompfer des gegnerischen Teams auszuschalten, um so Platz für ihren Läufer zu machen. Der Läufer, auch Qwik genannt, ist der einzige Akteur im Team, der den Jugg mit den Händen berühren darf. Sein Auftrag ist es, das Spielgerät an den gegnerischen Pompfen vorbei ins Mal zu befördern. Schafft er das, bekommt sein Team einen Punkt und das Spiel geht von vorne los.

Lauftreffs der Stadtwerke

Eine tolle Möglichkeit, Gleichgesinnte kennenzulernen und sich gegenseitig zu motivieren, bieten Lauftreffs.
Lauftreff
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DIE SPIELDAUER: ZWEI MAL HUNDERT STEINE

Ein Jugger-Spiel besteht aus zwei Halbzeiten à 100 Steinen. Ein Stein repräsentiert dabei anderthalb Sekunden. Seinen Ursprung hat der Stein als Zeiteinheit natürlich im Film. Hier werden jeweils 100 Steine an einen Gong geworfen, um die Zeit eines Spielabschnitts zu messen. Der Gong wird beim modernen Jugger jedoch meist durch eine Trommel ersetzt, die mit 100 Schlägen den Takt und die Länge des Spiels vorgibt.

In herkömmlichen Zeiteinheiten gerechnet ergibt das zwei Spielhälften von 2:30 Minuten. Die gesamte Spieldauer geht aber weit über fünf Minuten hinaus, da die Zeit nur während der Spielzüge heruntergezählt wird.

Team Grün kämpft während eines Jugger-Spiels gegen Team Schwarz.
Auch wenn die reine Spielzeit nur fünf Minuten beträgt, ist Jugger ein sehr intensives Spiel.
DAS SPIELGERÄT: KEINE WAFFEN, SONDERN POMPFEN!
Während die Akteure im Film mit schwerem Geschütz aufeinander losgehen, tragen die heutigen Hobby-Spieler gepolsterte Spielgeräte, mit denen sie sich weitestgehend verletzungsfrei gegenseitig aus dem Spiel nehmen können. Diese sogenannten Pompfen gibt es dabei in den verschiedensten Ausführungen. Neben dem Stab, der Langpompfe und dem Q-Tip gibt es die einhändig geführte Kurzpompfe, die zusammen mit einem Schild getragen werden kann. Eine besondere Rolle spielt die Kette, an der ein gepolsterter Ball befestigt ist. Mit ihr können Gegenspieler auf über drei Meter Distanz getroffen werden. Pro Team darf maximal ein Spieler eine Kette tragen. Ansonsten sind die Pompfen frei wählbar.

Wird ein Spieler von einem Pompfer getroffen, ist er für fünf, bei einem Ketten-Treffer sogar für acht Steine inaktiv. Hierfür kniet er sich auf den Boden und zählt die Steine mit der Hand hinter dem Rücken ab, bis er seine Strafe abgesessen hat. Sofern er nicht gepinnt, also weiterhin mit der Pompfe des Gegenspielers berührt wird, kann er nun wieder ins Spielgeschehen eingreifen.

Bei der Polsterung der Waffen wird sehr viel Wert auf Sicherheit gelegt. Auch wenn es von außen sehr wild aussehen mag, ist Jugger nicht gefährlicher als andere Mannschaftssportarten.
Jugger ist eine Mannschaftssportart, die eine Mischform aus einem Ballspiel (ähnlich Rugby mit weniger Kontakt) und einer Art “Nahkampf Schlacht” (ähnlich Fechten, wobei aber auch mehr als 2 Spieler gleichzeitig miteinander kämpfen können) darstellt.

Bei diesem Spiel geht es darum, den Spielball, der in einigen Städten auch Jugg genannt wird, so oft wie möglich in das gegnerische Tor (Mal) zu bringen. Während in jeder Mannschaft nur ein Spieler den Spielball berühren darf, gehen die anderen Spieler mit gepolsterten Sportgeräten (Pompfen) gegeneinander vor, um die gegnerische Mannschaft am Punkten zu hindern. Obwohl das Spiel für den unbeteiligten Beobachter recht martialisch anmutet, ist es nicht gefährlicher als andere Mannschaftssportarten. Eine Besonderheit des Jugger Sports liegt darin, dass es keine nach Geschlechtern getrennten Abteilungen gibt. Gemischtgeschlechtliche Mannschaften sind zugelassen.

Seinen Ursprung hat Jugger in dem dystopischen Film “Die Jugger – Kampf der Besten” (Australien 1989) mit Rutger Hauer. Hier spielen umherziehende Mannschaften um ihren kargen Lebensunterhalt, viele mit dem Ziel vor Augen, einmal in die sagenumwobene Liga aufgenommen zu werden, in der, Gladiatorenwettkämpfen gleich, zur Belustigung der Wohlhabenden Wettkämpfe ausgetragen werden. Im Film wird äußerst brutal gespielt, so dass Knochenbrüche und Platzwunden die Regel sind. Das reale Spiel hingegen ist ungefährlich.

Das erste belegbare Spiel fand 1993 auf einem Liverollenspiel der Larp-Gruppe “Die Dilettanten” statt. Auf dem DracCon VII im Sommer 1993 wurde ebenfalls eine Jugger-Vorform gespielt. Die Ausübung des Jugger Spiels begann sich in Deutschland seit dieser Zeit zu verbreiten. Die Regeln wurden durch Ausprobieren definiert und nach Kontakt der Gruppen angeglichen. Das erste Turnier, außerhalb eines Live Rollenspiels, fand 1995 in Hamburg statt. Die erste Deutsche Jugger-Meisterschaft fand 1998 in Berlin statt. Die deutsche Jugger Liga wurde 2003 eingeführt und setzt sich aus mehreren lokalen Turnieren über ganz Deutschland verteilt zusammen. Das erste Turnier mit internationaler Beteiligung (Team “Setanta” aus Irland) wurde im Mai 2007 in Hamburg ausgetragen
Es ist die Ruhe vor dem Sturm. Nur ein böiger Wind weht hörbar umher. Man kann die letzten Atemzüge vor der Schlacht vernehmen. Sie stehen sich gegenüber und mustern die gegnerischen Linien. Zwei befeindete Völker haben sich zum großen Kampf versammelt und jeder einzelne Krieger wartet höchst angespannt auf den Beginn. Der Wind lässt nach, nur der Puls der Kämpfer pocht durch die Stille…
…dann ein lauter kräftiger Schrei und beide Seiten stürmen brüllend aufeinander zu.
Klingen schlagen gegeneinander, Morgensterne krachen auf Schilder und Lanzen durchbrechen die verketteten Reihen des Gegners. Das Schlachtfeld bebt, es riecht nach Schweiß, Blut und Metall. Gebrüll und Geschrei an allen Ecken. Kein Mitleid, nur der Gedanke an den Sieg. Der Gegner muss geschlagen werden. Tot oder lebendig!
Angriff und Verteidigung
Wie gut das all dies mehrere Jahrhunderte her ist.
Doch was vor langer Zeit einmal total angesagt war, kommt früher oder später wieder in Mode.
I, auch die epochalen Schlachten des Mittelalters. Naja, die Politik wird damit heute nicht mehr entschieden und es werden auch keinerlei schwerwiegende Verletzungen beigefügt, aber der Grundsatz der Schlacht wurde nun als Trendsport wieder aufgegriffen. Die Rede ist von „Jugger“.
Die Idee dazu wurde im gleichnamigen Spielfilm von 1989 vorgegeben.
Die ersten öffentlichen „Kämpfe“ wurden allerdings erst 1992 in Berlin und Hamburg ausgetragen. Fortan entwickelte sich das „Juggern“ immer weiter, sodass es heute ein komplett ausgearbeitetes Regelwerk mit jährlich stattfindenden Turnieren gibt.
Beim „Juggern“ gibt es zwei Teams mit jeweils 5 Spielern. Aufgeteilt in einen Läufer, einen Kettenmann und drei Kämpfer. Das Ziel jedes Teams besteht darin, den „Jugg“ (künstlicher Hundeschädel aus Kunststoff oder alternativ ein Rugby-Ei) in das „Mal“ des Gegners zu stecken. Das „Mal“ befindet sich auf der gegnerischen Spielfeldseite und muss selbstverständlich von der eigenen Mannschaft geschützt werden. Pro Treffer gibt es einen Punkt. Der einzige Spieler, der den „Jugg“ mit der Hand aufnehmen darf, ist der Läufer. Er trägt dafür allerdings auch keine „Pompfe“ (Waffe), welche zum Angriff und zur Verteidigung beider Teams genutzt wird. Der „Jugg“ liegt zu Beginn auf der Spielfeldmitte und geht nach dem Startsignal „3, 2, 1, Jugger!“ in den Besitz des schnelleren Teams über, welche auf den „Jugg“ zustürmen.
„Pompfen“ können unterschiedliche Formen besitzen. Es gibt einen bis zu zwei Meter langer Stab, eine Langpompfe mit 1,4m, eine Kurzpompfe mit 85cm, sowie ein Schild. Der Kettenmann hingegen trägt an einer langen Plastikkette eine große Schaumstoffkugel, die über dem Kopf geschwungen wird.
Da alle Pompfen mit Schaumstoff und Klebeband ummantelt sind, werden Verletzungen durch scharfkantige oder harte Gegenstände vermieden. Ein entscheidender Unterschied zu mittelalterlichen Schlachten. Um einen gegnerischen Spieler vorübergehend außer Gefecht zu bringen, muss man versuchen ihn mit der Pompfe am Körper zu treffen. Hand- und Kopftreffer zählen allerdings nicht. Hat man ihn dann getroffen, muss sich der getroffene Spieler auf den Boden knien und 5 Steine warten. Ein Stein ist die dortige Zeitmessung und hat die Dauer von etwa 1,5 Sekunden.
Läufer im Zweikampf @Susanne Serwejugger.de
Läufer im Zweikampf @Susanne Serwejugger.de
Der Läufer, welcher ohne Pompfer unterwegs ist, darf nur den gegnerischen Läufer angreifen. Dabei hat er die Möglichkeit zu ringen, zu schubsen oder zu stoßen.
Auf diese Weise läuft ein Spiel ab. Es werden zwei Halbzeiten gespielt, die jeweils 100 Steine lang sind.
Apropos lang, das Spielfeld misst 20x40m und kann sowohl drinnen, als auch draußen gespielt werden, wobei es natürlich nahe liegt, draußen in der Natur zu fighten.
Das erste Turnier fand 1995 in Hamburg statt und entwickelte sich bis 2003 zu einer kompletten „Jugger-League“. Mittlerweile werden jährlich mehrere Turniere ausgetragen an dem über 30 Teams aus unterschiedlichen Ländern teilnehmen. Eins der nächsten Turniere findet am 28. i 29.04.12 im Berliner Jahn-Sportpark statt. Ein lohnenswerter Besuch mit viel Spannung und Aktion. Ein spektakuläres Erlebnis für Jung und Alt.
Wer selbst ein echter „Jugger“ werden will oder mehr Details wissen möchte, kann unter www.jugger.de sämtliche Informationen abrufen.
Dieser moderne mit mittelalterlichen Wurzeln behaftete Trendsport ist definitiv