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Das Radsport

Das Radsport
Das Radsport

Die Erfindung von Radsport

In jedem Fall ist es keine naheliegende Erfindung. Hunderttausende von Jahren hat der Mensch ohne Rad gelebt, vermutlich auch, weil es kein Vorbild gibt: Die freie Rotation einer Scheibe kann man sich nirgendwo abschauen, die Natur hat nichts Vergleichbares hervorgebracht.Für die an mehreren Orten zur gleichen Zeit erfolgte Erfindung spricht, dass es um 3500 v. Chr. schon viele Technologien gibt, die man kombinieren kann. Eine denkbare Inspirationsquelle: die Töpferscheibe, deren früheste Formen auf ein Alter von mindestens 6000 Jahren datiert werden. Und auch Schlitten können als Vorbild dienen, deren Ladefläche über den Boden gezogen wird.

Gegen die zeitgleiche Erfindung spricht, dass im Rest der Welt das Rad wohl nur noch ein einziges weiteres Mal erfunden worden ist: im heutigen Mexiko um das Jahr 600 n. Chr. Wieso sollte es dann ausgerechnet im frühen Vorderasien und in Europa gleich drei- oder viermal parallel entworfen worden sein

Daher erscheint vielen Forschern die Annahme plausibler, dass sich Rad und Wagen von ihrem bislang unbekannten Geburtsort geradezu schlagartig – das heißt: im Verlauf weniger Jahrhunderte – ausgebreitet haben. Dabei gehen wahrscheinlich nicht reale Wagen auf Reisen, es wird vielmehr das Konzept exportiert, runde Scheiben mittels Achsen unter eine Ladefläche zu montieren und all das von Tieren ziehen zu lassen.

Vielleicht sind es nomadische Bewohner der Steppen in der heutigen Ukraine, die als Erste solche Gefährte mit Rädern bauen – jedenfalls sind in der dortigen baumlosen Landschaft die Bedingungen gegeben, welche die Nutzung des Wagens überhaupt erst sinnvoll erscheinen lassen. Von dort aus breitet sich die Neuerung aus, auch in Richtung Westen, nach Mitteleuropa.
Zwar lässt sich der Wagen in den dortigen Waldlandschaften lange Zeit kaum als Transportmittel über weite Entfernungen nutzen. Doch ab etwa 3500 v. Chr. verändern sich viele Regionen: Denn die Bauern roden und bestellen immer größere Ackerflächen. So ergeben sich bald neue Anwendungen für den Wagen – etwa, um geerntete Feldfrüchte zum Dorf zu bringen oder um Holz aus den jetzt weiter entfernten Wäldern zu holen. In Jedem Fall wird das Rad rasch zu einer der wichtigsten Erfindungen. „Nehmen Sie uns das Rad – und wenig wird übrig bleiben“, urteilt 1883 der Physiker Ernst Mach. „Es verschwindet alles. Vom Spinnrad bis zur Spinnfabrik, von der Drehbank bis zum Walzwerk.“ Das Rad – ein Schlüssel zur technischen Entwicklung.

Warum aber gerät es auf dem amerikanischen Kontinent zum Flop? Den Bewohnern von Mexiko fehlt es schlicht an Zugtieren, die sie vor einen Wagen hätten spannen können: Ihr größtes domestiziertes Tier ist der Hund. So fertigen sie zwar rollende Abbilder von Tieren, mit Rädern und Achsen, die vermutlich rituellen Zwecken dienen. Funktionstüchtige Wagen aber bauen sie offenbar nicht. Letztlich bleibt das Rad dort technischer Nippes.

In GEO CHRONIK geht es um die großen Momente der Menschheit. Die Heftreihe folgt der Idee, chronologisch und an jeweils einem Thema den Einfallsreichtum der menschlichen Spezies zu zeigen. Dieser Beitrag stammt aus der Ausgabe(Vor und Nachteile von Radsport)
„Radfahrer raste in Menschenmenge und tötete 12 Passanten“? Unmöglich.
Unfälle mit Todesfolge sind die Ausnahme und passieren vor Allem wenn Radfahrer überfahren werden.
Bei Autounfällen sterben etwa 5000 Menschen jährlich allein in Deutschland. Das ist mehr als beim 11. September, jedes Jahr aufs Neue!
2. Fahrräder verschmutzen nicht die Umwelt
CO2? Klimawandel? Feinstaub? SMOG? Null Abgase beim Rad fahren. Alles sauber!
3. Fahrräder sind günstig
Vergleichen wir die Kosten eines Autos mit dem eines Fahrrads kommen wir zu dem Schluss:
Statt der Raten der Abzahlung und laufenden Ausgaben für den Betrieb eines Autos ließe sich jeden Monat ein neues Fahrrad kaufen.
Auch wenn Benzin dank der Weltwirtschaftskrise wieder billig ist, Muskelkraft kostet weit weniger, ein größeres Mittagessen und eine Flasche Wasser vielleicht.
4. Jedes Kind kann Fahrrad fahren lernen
Ohne Führerschein läuft oder fährt nichts beim Auto. Fahrrad fahren lernen die Kinder spätestens in der ersten Klasse heutzutage.
5. Radfahren hält fit
Autofahrer fahren vielleicht sportlich, etwa einen Porsche und drängeln auf der Autobahn, dabei sitzen sie jedoch die ganz Zeit nur herum.
Radfahrer treiben echten Sport, allein durch ihre Art der Fortbewegung.
Über „sportliche Autofahrer“ mit qualmenden Reifen lachen doch nur die Hühner. Das ist fast wie Fußball auf dem Computer spielen.
6. Fahrräder nehmen kaum Platz weg
Schon mal auf Parkplatzsuche gewesen? Als Autofahrer sicherlich beinahe täglich.
Radfahrer finden überall einen Abstellplatz. Zudem versperren sie in den wenigsten Fällen den Weg.
Während einige Autos häufig schon einen Stau verursachen, können buchstäblich Tausende Räder gleichzeitig zusammen fahren – siehe Critical Mass.
Ein Fahrrad findet sogar im kleinen Zimmer Platz an der Wand. Versucht es Mal mit einem Auto!
7. Fahrräder lassen sich leicht transportieren
Fahrräder lassen sich überall transportieren:
in einem Zug
in einer U-Bahn
auf einem Skilift
in einem Fahrstuhl
auf der Schulter
Bis auf den Autozug ist bei PKWs alles das unmöglich.
8. Fahrräder kann jeder reparieren
Ich muss zugeben, ich habe zwei linke Hände, aber einiges kann ich dann doch beim Fahrrad selber reparieren. Vor allem wenn ich Zeit dazu habe.
Beim Auto sind Reparaturen heutzutage schon so kompliziert, dass immer weniger Menschen sich überhaupt mal bemühen unter die Motorhaube zu schauen.
9. Fahrräder fahren ohne Computer